CIRCUS KONRAD

Der Gründer dieses Unternehmens sah sich als ehemaliger Offizier nach dem ersten Weltkrieg nach einer neuen Beschäftigung um und stieß 1921, in der Tschechoslowakei, auf den Circus Rebernigg. Als Pferdefachmann erfreute er sich dortselbst großer Beliebtheit. Durch wirtschaftliche Rückschläge löste sich der Circus jedoch auf und die Mitglieder der Familie Rebernigg kehrte nach Österreich zurück. Kunz übernahm den stillgelegten Betrieb und reiste zuerst unter dem Namen „Rebernigg" weiter. Als schließlich Karl Rebernigg in Österreich wieder mit einem eigenen Circus startete, änderte er den Namen seines Unternehmens auf „Konrad" um. 1923 kam er auch nach Österreich wo als „Circus Conrady" firmierte. Wieder gab es Rückschläge und 1934 war Kunz-Konrad als Geschäftsführer beim Circus Carl Rebernigg tätig. Er heiratete seine langjährige Gefährtin Angela Rebernigg und begann mit einem Zelt von 26 Metern Durchmesser für 800 Personen wieder als „Circus Konrad" eine Tournee. Während des zweiten Weltkrieges fusionierte er sich mit dem Circus Adolf Althoff, mit dessen Zelt er auch seine erste Nachkriegstournee begann. Durch die amerikanische Besatzungsmacht begünstigt, konnte das Unternehmen schöne Erfolge verbuchen.

Circus Konrad - 1951
Circus Konrad - 1951

Doch die Konkurrenzverhältnisse verschlechterten sich in empfindlicher Weise. Es gab zu viele Unternehmen die sich gegenseitig die besten Plätze wegzunehmen trachteten. Unwetter brachten weitere Rückschläge und Circus Konrad musste sein Heil 1951 in einer Deutschlandtournee suchen. Seine Ehe mit Angela Rebernigg war in Brüche gegangen und Konrad hatte sich 1949 mit der Tochter des Klagenfurter Tierparkinhabers Hermann Prechtl verehelicht. In Deutschland war der geschäftliche Erfolg niederschmetternd und Circus Konrad versuchte sein Glück in einer Fusionierung mit Willy Hagenbeck. 1952 reiste er zusammen mit Erich Bremer als Circus Europa. Im Juli 1952 kam es zum Zusammenbruch des Unternehmens und Kunz-Konrad musste sich für zahlungsunfähig erklären.

 

Dir. Josef Kunz-Konrad
Dir. Josef Kunz-Konrad

Er hielt sich mit einer Geflügelzucht eine Weile über Wasser, ging dann als Angestellter zum Schweizer Circus Pilatus, der jedoch ebenfalls Schiffbruch erlitt. Er kehrte nach Österreich zurück und baute allein einen neuen Circus auf. Am 2. Juni 1957 verlud er seinen wiedererstandenen Circus in Linz und begann zunächst eine erfolgreiche Jugoslawien Tournee. Im November zerstörte ein Sturm das Spielzelt und neuerlich geschlagen, kehrte er nach Österreich zurück. Therese Swoboda-Medrano lieh ihm ihr altes Sechsmastenzelt, eine Anzahl von Wagen, 5 Pferde und 5 Ponys sowie einige Schautiere. Am 31. Mai 1959 fand die Premiere in Graz statt. Im umgebauten, nun 32 Meter großen Zelt mit Neunreihiger Sitzeinrichtung, rollte ein nettes Programm ab. Trotz allen Bemühungen kam ein Misserfolg nach dem anderen. Am 6.9. 1959 verstarb Josef Kunz-Konrad. Ein Herzanfall hatte sein Leben beendet.